Einlagensicherung: So ist dein Guthaben bei Online-Banken abgesichert
Die Einlagensicherung schützt dein Guthaben auf dem Girokonto, wenn eine Bank zahlungsunfähig wird. Auf dieser Seite erfährst du, was die gesetzliche Einlagensicherung in der EU garantiert, wer in Deutschland dafür zuständig ist und wie die 13 Konten aus unserem Vergleich abgesichert sind – auch bei Banken mit Sitz im EU-Ausland.
Was garantiert die gesetzliche Einlagensicherung?
In der gesamten EU sind Einlagen bis 100.000 € je Kunde und je Bank gesetzlich geschützt. Grundlage ist eine EU-Richtlinie, in Deutschland umgesetzt im Einlagensicherungsgesetz. Gedeckt sind Guthaben auf Girokonten, Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten.
Die Grenze von 100.000 € gilt pro Person und pro Bank, nicht pro Konto. Hast du bei derselben Bank ein Girokonto mit 30.000 € und ein Tagesgeldkonto mit 90.000 €, sind zusammen 120.000 € eingelegt, aber nur 100.000 € gesetzlich abgesichert. Bei einem Gemeinschaftskonto zählt die Grenze für jeden Inhaber getrennt, zwei Personen sind also mit bis zu 200.000 € geschützt.
Für bestimmte Lebenslagen sieht das Gesetz vorübergehend einen höheren Schutz vor, etwa wenn kurz zuvor Geld aus einem Immobilienverkauf, einer Abfindung oder einer Versicherungsleistung eingegangen ist. Dieser erhöhte Schutz ist zeitlich begrenzt und an Nachweise gebunden. Im Entschädigungsfall erfolgt die Auszahlung in der Regel innerhalb von sieben Arbeitstagen, ohne Antrag.
Was nicht geschützt ist. Wertpapiere, Fondsanteile und ETFs im Depot fallen nicht unter die Einlagensicherung – sie gehören dir als Sondervermögen ohnehin und stehen einer insolventen Bank nicht zu.
Wer sichert Einlagen in Deutschland?
In Deutschland gibt es drei gesetzlich anerkannte Sicherungssysteme, je nach Bankengruppe. Für die privaten Banken – dazu zählen Direktbanken wie ING, DKB, comdirect oder norisbank sowie Filialbanken wie Commerzbank und Postbank – ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zuständig. Sie zahlt im Entschädigungsfall aus.
Sparkassen und Landesbanken bilden die Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe, Volks- und Raiffeisenbanken die Institutssicherung der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Beide Systeme stützen ein Institut, bevor es insolvent wird, sind gesetzlich anerkannt und garantieren ebenfalls mindestens 100.000 € je Kunde. 1822direkt als Marke der Frankfurter Sparkasse gehört zum Sparkassensystem.
Ob eine Bank deutsch oder ausländisch ist, erkennst du nicht am Namen, sondern an der Rechtsform. Postbank ist eine Niederlassung der Deutschen Bank, comdirect eine Marke der Commerzbank – beide fallen unter die EdB. Mehr zu den Unterschieden zwischen Direktbanken, Neobanken und Filialbanken liest du im Ratgeber Online-Banken und Direktbanken erklärt.
Was leisten freiwillige Einlagensicherungsfonds zusätzlich?
Viele private Banken sind neben der gesetzlichen Sicherung Mitglied in einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds. Der bekannteste ist der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), dem unter den Konten aus unserem Vergleich zum Beispiel ING, comdirect, Commerzbank, Postbank, norisbank und Consorsbank angehören. Öffentliche Banken wie die DKB sind im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB) organisiert.
Diese Fonds sichern Beträge über 100.000 € hinaus ab, bis zu einer Obergrenze, die je Bank unterschiedlich ist und in den vergangenen Jahren gesenkt wurde. Wichtig: Auf die Leistung eines freiwilligen Fonds hast du keinen Rechtsanspruch; einklagbar ist nur die gesetzliche Sicherung. Für die meisten Girokonten spielt das keine Rolle, weil das Guthaben ohnehin unter 100.000 € liegt.
Tipp. Die Sicherungsgrenze deiner Bank im freiwilligen Fonds nennt die Website des jeweiligen Verbands. Verlass dich bei größeren Summen aber auf die gesetzlichen 100.000 €.
Einlagensicherung im Ausland: Was gilt bei Consorsbank und Revolut?
Zwei Konten aus unserem Vergleich werden nicht vom deutschen System gesichert. Die Consorsbank ist eine Niederlassung der französischen BNP Paribas; ihre Einlagen sichert das französische System FGDR. Revolut ist eine litauische Bank mit Zweigniederlassung in Deutschland; hier greift die litauische gesetzliche Einlagensicherung. Beide Systeme garantieren wie überall in der EU 100.000 € je Kunde und Bank.
Der Unterschied liegt im Verfahren, nicht in der Höhe. Im Entschädigungsfall ist die ausländische Sicherungseinrichtung zuständig, die Korrespondenz läuft nach dortigem Recht und unter Umständen in der Landessprache. Die Consorsbank ist zusätzlich Mitglied im freiwilligen BdB-Fonds; Revolut hat keine deutsche Zusatzsicherung. Für den Alltag ist das kein Nachteil – wer größere Beträge parkt, sollte aber wissen, an wen er sich im Ernstfall wendet.
Sonderfall Trade Republic: Treuhandkonten und Geldmarktfonds
Trade Republic besitzt eine eigene Vollbanklizenz, verwahrt das Guthaben der Kunden aber auf Treuhandkonten bei Partnerbanken. Dein Geld liegt also rechtlich bei einer dieser Partnerbanken und ist dort über deren gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt. Welche Partnerbank dein Guthaben hält, zeigt die App; ein eigenes Konto bei derselben Partnerbank zählt mit.
Ein Teil des Guthabens kann bei Trade Republic in Geldmarktfonds angelegt sein. Diese Anteile sind Sondervermögen: Sie gehören dir und sind bei einer Insolvenz geschützt, unterliegen aber keiner Einlagensicherung und können im Wert schwanken.
Einlagensicherung der Online-Banken im Überblick
Die Tabelle zeigt für alle 13 Konten aus unserem Vergleich, welches System die Einlagen sichert und in welchem Land es sitzt (Angaben der Banken, Stand September 2026).
| Bank | Sicherungssystem | Land |
|---|---|---|
| 1822direkt | Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe (gesetzlich anerkannt, bis 100.000 €) | Deutschland |
| C24 Bank | Gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € (C24 Bank GmbH) | Deutschland |
| comdirect | Gesetzlich bis 100.000 € (EdB, über Commerzbank AG) plus Einlagensicherungsfonds des BdB | Deutschland |
| Commerzbank | Gesetzlich bis 100.000 € (EdB) plus Einlagensicherungsfonds des BdB | Deutschland |
| Consorsbank | Gesetzlich bis 100.000 € über das französische System FGDR plus Einlagensicherungsfonds des BdB | Frankreich |
| DKB | Gesetzlich bis 100.000 € (EdB) plus freiwilliger Einlagensicherungsfonds des VÖB | Deutschland |
| ING | Gesetzlich bis 100.000 € (EdB) plus freiwilliger Einlagensicherungsfonds des BdB | Deutschland |
| N26 | Gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € (N26 Bank SE) | Deutschland |
| norisbank | Gesetzlich bis 100.000 € (EdB) plus Einlagensicherungsfonds des BdB | Deutschland |
| Postbank | Gesetzlich bis 100.000 € (EdB, über Deutsche Bank AG) plus Einlagensicherungsfonds des BdB | Deutschland |
| Revolut | Litauisches gesetzliches System bis 100.000 €; keine deutsche Zusatzsicherung | Litauen |
| Santander | Gesetzlich bis 100.000 € (EdB); Mitgliedschaft im BdB-Fonds auf der Bankseite prüfen | Deutschland |
| Trade Republic | Guthaben auf Treuhandkonten bei Partnerbanken (gesetzlich bis 100.000 € je Bank); Geldmarktfonds sind Sondervermögen ohne Einlagensicherung | Deutschland |
Die Tabelle bildet eine redaktionelle Auswahl ab, nicht den ganzen Markt; alle Zahlungskonten listet der Kontenvergleich der BaFin. Gebühren und Bedingungen dieser Konten zeigt der Girokonto-Vergleich.
Praktische Regeln: So nutzt du die Einlagensicherung richtig
- Über 100.000 € aufteilen. Liegt dein Guthaben dauerhaft über der Grenze, verteile es auf mehrere Banken. Marken und Niederlassungen zählen als eine Bank: comdirect und Commerzbank sind rechtlich dasselbe Institut, ebenso Postbank und Deutsche Bank; die norisbank ist dagegen eine eigene GmbH.
- Gemeinschaftskonto nutzen. Bei zwei Inhabern verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 €. Details zu Rechten und Pflichten stehen im Ratgeber Gemeinschaftskonto.
- Sitzland kennen. Jede Bank muss dir bei Kontoeröffnung und danach jährlich einen Informationsbogen zur Einlagensicherung geben – dort steht das zuständige System.
- Depot und Konto trennen. Wertpapiere sind Sondervermögen, Guthaben ist Einlage. Nur Letzteres fällt unter die Einlagensicherung.
- Freiwillige Fonds als Zugabe sehen. Sie sind ein Plus, aber kein Ersatz für die gesetzliche Grenze.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die gesetzliche Einlagensicherung?
Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt in der gesamten EU 100.000 € je Kunde und je Bank. Sie gilt für Guthaben auf Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten. In bestimmten Lebenslagen, etwa nach einem Immobilienverkauf, ist der Schutz vorübergehend höher.
Gilt die Einlagensicherung 100.000 Euro pro Konto oder pro Person?
Die Grenze von 100.000 € gilt pro Person und pro Bank, nicht pro Konto. Mehrere Konten bei derselben Bank werden zusammengerechnet. Bei einem Gemeinschaftskonto ist jeder Inhaber einzeln mit 100.000 € geschützt.
Was ist ein Einlagensicherungsfonds?
Ein Einlagensicherungsfonds ist eine freiwillige Zusatzsicherung eines Bankenverbands, etwa des Bundesverbands deutscher Banken oder des Bundesverbands Öffentlicher Banken. Er schützt Beträge über die gesetzlichen 100.000 € hinaus. Einen Rechtsanspruch auf diese Leistung gibt es nicht.
Sind Einlagen bei Online-Banken genauso sicher wie bei Filialbanken?
Ja, für die Einlagensicherung macht es keinen Unterschied, ob eine Bank Filialen hat. Entscheidend ist, in welchem Land die Bank ihren Sitz hat und welchem Sicherungssystem sie angehört. Direktbanken wie ING oder DKB unterliegen denselben Regeln wie Filialbanken.
Wie funktioniert die Einlagensicherung im Ausland, etwa bei Revolut oder Consorsbank?
Banken mit Sitz in einem anderen EU-Land sichern Einlagen ebenfalls bis 100.000 €, aber über das System ihres Heimatlandes. Bei Revolut ist das die litauische, bei der Consorsbank die französische Einlagensicherung. Im Entschädigungsfall läuft das Verfahren nach dortigem Recht und möglicherweise in der Landessprache.
Ist mein Geld bei Trade Republic durch die Einlagensicherung geschützt?
Guthaben bei Trade Republic liegt auf Treuhandkonten bei Partnerbanken und ist dort gesetzlich bis 100.000 € je Bank geschützt. Anteile an Geldmarktfonds sind dagegen Sondervermögen ohne Einlagensicherung. Welche Partnerbank dein Guthaben hält, zeigt die App.