Was kostet ein Girokonto wirklich? Die sieben Kostenblöcke
Was kostet ein Girokonto wirklich? Die Kontoführungsgebühr ist nur einer von sieben Kostenblöcken – dazu kommen Karten, Bargeld, Ausland, Dispo und Schaltervorgänge. Hier siehst du, welche Girokonto Gebühren bei Online-Banken üblich sind und wie du sie für dein eigenes Verhalten durchrechnest.
Warum „kostenloses Girokonto“ selten die ganze Antwort ist
Viele Banken werben mit 0 € Kontoführung. Bei den meisten Direktbanken gilt das nur unter einer Bedingung, meist einem Mindestgeldeingang – also einer monatlichen Summe, die auf dem Konto eingehen muss, etwa Gehalt oder Rente. Fehlt der Geldeingang, fallen bei den Direktbanken in unserem Vergleich zwischen 3,90 € und 4,90 € im Monat an, bei der Postbank 5,90 € (Stand September 2026). Und selbst bei 0 € Kontoführung können andere Posten teuer werden – je nachdem, wie du dein Konto nutzt.
Die sieben Kostenblöcke beim Girokonto im Überblick
Die Spannen in der Tabelle stammen aus den Preisverzeichnissen der 13 Konten in unserem Vergleich (Stand September 2026). Sie zeigen die Bandbreite, nicht den ganzen Markt.
| Kostenblock | Typische Spanne bei Online-Banken | Worauf achten |
|---|---|---|
| Kontoführung | 0 € bis 5,90 € im Monat | Bedingung für 0 €: Geldeingang (500 € bis 1.000 €), Alter, Aktivität oder Vermögen |
| Karten: girocard, Debitkarte, Kreditkarte | girocard 0 € bis 1,49 € im Monat; Debitkarte 0 € laufend, physisch einmalig bis 10 €; Kreditkarte 0 € bis 39,90 € im Jahr | Nicht jede Bank bietet alle drei Kartentypen; Kreditkarte oft bonitätsabhängig |
| Bargeld abheben | 0 € bis 4,95 € je Abhebung nach dem Freikontingent | Freikontingent (2 bis 6 im Monat oder unbegrenzt), Mindestbetrag (50 € bis 100 €), Automatennetz |
| Bargeld einzahlen | 0 € bis 1,5 % des Betrags; Reisebank ab 9,50 € | Zwei Konten erlauben gar keine Einzahlung |
| Fremdwährung und Ausland | 0 % bis 2,2 % des Betrags | Gilt außerhalb des Euroraums; bei manchen Banken nur ohne Aktivstatus |
| Dispo und geduldete Überziehung | variabler Sollzins zwischen 7,49 % und 13,4 % | Geduldete Überziehung ist teurer; zwei Konten haben keinen Dispo |
| Beleghafte Vorgänge, Schalter, Ersatzkarte | 3 € bis 6 € je Vorgang | Papierüberweisung und Schalter kosten extra; Ersatzkarte laut Preisverzeichnis |
Kontoführungsgebühren: Wann kostet das Girokonto wirklich 0 €?
Fünf der 13 Konten in unserem Vergleich sind bedingungslos kostenlos: N26 Standard, C24 Smart, Trade Republic, Santander BestGiro und Revolut Standard (Stand September 2026). Die übrigen acht knüpfen die 0 € an eine Bedingung.
Am häufigsten ist der Mindestgeldeingang: 500 € bei der norisbank, 700 € bei DKB, comdirect, Consorsbank und 1822direkt, 900 € bei der Postbank, 1.000 € bei der ING. Wer unter 28 bis 30 Jahre alt ist, zahlt je nach Bank ebenfalls nichts. Die Commerzbank knüpft die 0 € an Vermögenswerte ab 50.000 € bei der Bank.
Der Geldeingang wird pro Monat geprüft; ein Monat ohne Gehalt kostet sofort die volle Gebühr. Welche Konten ohne Bedingung auskommen, zeigt unsere Übersicht zum kostenlosen Girokonto.
Karten: girocard, Debitkarte und Kreditkarte
Die girocard – das deutsche Kartensystem, das früher „EC-Karte“ hieß – ist bei Commerzbank, Postbank, norisbank und 1822direkt inklusive, bei Consorsbank, C24 und Santander optional kostenlos. DKB (0,99 €), comdirect (1,00 €) und ING (1,49 €) berechnen sie monatlich. N26, Trade Republic und Revolut bieten keine girocard an (Stand September 2026).
Die Debitkarte von Visa oder Mastercard, bei der jede Zahlung sofort vom Konto abgebucht wird, ist bei allen Anbietern laufend kostenlos. Neobanken verlangen aber für die physische Karte meist eine einmalige Gebühr: 7,99 € Versand bei Revolut, 10 € bei N26. Postbank und 1822direkt haben keine solche Karte.
Eine echte Kreditkarte mit monatlicher Abrechnung kostet 0 € (Consorsbank, norisbank, Santander) bis 39,90 € im Jahr (Commerzbank); DKB und comdirect rechnen 2,49 € und 1,90 € im Monat ab. Welche Karte zu dir passt, klärt unser Ratgeber Debitkarte oder Kreditkarte.
Bargeld abheben und einzahlen: Hier entscheidet dein Verhalten
Beim Abheben gibt es drei Modelle: unbegrenzt kostenlos im eigenen Automatenverbund (Cash Group bei Commerzbank, Postbank, comdirect und norisbank, Sparkassennetz bei 1822direkt); unbegrenzt kostenlos mit der Debitkarte an fremden Automaten ab einem Mindestbetrag (50 € bei DKB, ING, Consorsbank und norisbank, 100 € bei Trade Republic); oder ein Freikontingent von 2 (N26) bis 6 (Santander) Abhebungen im Monat, danach 1 € bis 4,95 € je Abhebung (Stand September 2026).
Bargeld einzahlen ist die Schwachstelle vieler Online-Banken. Trade Republic und Revolut bieten es gar nicht an, DKB, ING und N26 nehmen an Supermarktkassen 1,5 % des Betrags, die Consorsbank verweist auf die Reisebank mit 9,50 € je angefangene 5.000 €. Kostenlos geht es bei norisbank und Postbank an Einzahlautomaten von Postbank und Deutscher Bank, bei der Commerzbank am eigenen Automaten und bei Santander in der Filiale. Details stehen im Ratgeber kostenlos Bargeld abheben.
Versteckte Kosten beim Girokonto: Ausland, Papier und Schalter
Außerhalb des Euroraums fällt bei vielen Banken ein Fremdwährungsentgelt an, meist zwischen 1,7 % und 2,2 % des Betrags. C24 und N26 verzichten bei Kartenzahlungen darauf, Revolut tauscht bis 1.000 € im Monat ohne Aufschlag. Bei der DKB hängt das Entgelt am Aktivstatus, also am Geldeingang von 700 € (Stand September 2026).
Der Dispo – der eingeräumte Überziehungsrahmen deines Kontos – kostet einen variablen Sollzins, der laut Preisverzeichnissen der Banken zwischen 7,49 % und 13,4 % liegt (Stand September 2026). Die geduldete Überziehung, also das Minus über den Rahmen hinaus, ist teurer: Commerzbank 14,40 %, Postbank 12,85 %. Trade Republic und Revolut bieten keinen Dispo an. Was das im Jahr ausmacht, rechnen wir im Ratgeber zu Dispozinsen vor.
Beleghafte Vorgänge kosten extra: Eine Papierüberweisung 3 € bei 1822direkt und 3,90 € bei der Commerzbank, ein Schaltervorgang bei der Postbank 6 €. Ersatzkarten und Kontoauszüge per Post stehen ebenfalls im Preisverzeichnis.
Beispielrechnung: Girokonto Kosten pro Jahr für zwei Nutzertypen
Beide Profile sind frei erfunden und dienen nur der Veranschaulichung. Die Gebühren stammen aus den Preisverzeichnissen der genannten Banken, Stand September 2026.
Beispiel 1: „Vielnutzer Bargeld“
Angenommen: 1.200 € Geldeingang im Monat, sechs Abhebungen von je 30 bis 40 €, einmal im Monat 200 € Bareinzahlung, Kartenzahlung mit girocard.
- norisbank Top-Girokonto: Geldeingang über 500 €, also 0 € Kontoführung. girocard inklusive, Abhebungen an Cash-Group-Automaten unbegrenzt kostenlos, Einzahlung an Automaten von Deutscher Bank und Postbank kostenlos. Summe: 0 € im Jahr.
- N26 Standard: 0 € Kontoführung, physische Karte einmalig 10 €. Zwei Abhebungen im Monat frei (Anzahl laut aktueller Preisliste von N26), vier weitere je 2 € = 96 € im Jahr. Einzahlung über CASH26 1,5 % von 200 € = 36 € im Jahr. Summe: 142 € im ersten Jahr.
- DKB Girokonto: 0 € Kontoführung, girocard 0,99 € im Monat = 11,88 € im Jahr, Einzahlung über „Cash im Shop“ 1,5 % = 36 € im Jahr. Summe: 47,88 €. Der Haken: Am Automaten gilt ein Mindestbetrag von 50 €, kleine Abhebungen gehen nur an Supermarktkassen.
Beispiel 2: „Karten-nur-Nutzer“
Angenommen: 900 € Geldeingang im Monat, fast alles per Karte oder Smartphone, eine Abhebung von 100 € im Monat, zwei Wochen Urlaub außerhalb des Euroraums mit zwei Abhebungen à 200 €.
- ING Girokonto: 900 € liegen unter der 1.000-€-Hürde, also 4,90 € im Monat = 58,80 € im Jahr. Abhebung in Deutschland kostenlos, außerhalb des Euroraums 2,20 % von 400 € = 8,80 €. Summe: 67,60 €.
- DKB Girokonto: 900 € reichen für den Aktivstatus, also 0 € Kontoführung und weltweit kostenlose Abhebungen. Summe: 0 €.
- N26 Standard: 0 € Kontoführung, 10 € für die physische Karte, Fremdwährungsabhebungen 1,7 % von 400 € = 6,80 €. Summe: 16,80 € im ersten Jahr.
Derselbe Mensch zahlt je nach Bank 0 € oder rund 140 € im Jahr – Mindestgeldeingang und Bargeldverhalten entscheiden, nicht die Werbung.
Tipp. Zähle einen Monat lang, wie oft du abhebst, einzahlst und im Ausland zahlst. Mit diesen drei Zahlen kannst du jedes Preisverzeichnis in fünf Minuten durchrechnen.
Girokonto Gebühren vergleichen: Die Entgeltinformation ist verbindlich
Jede Bank muss dir nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) eine Entgeltinformation bereitstellen – ein standardisiertes Dokument, das die wichtigsten Gebühren des Kontos einheitlich auflistet. Sie ist zusammen mit dem Preis- und Leistungsverzeichnis die verbindliche Quelle; Vergleichsportale, auch unsere Tabellen, sind nur eine Orientierung.
Unser Girokonto Vergleich stellt die 13 Konten unserer redaktionellen Auswahl mit Stand-Datum nebeneinander. Den vollständigen gesetzlichen Vergleich aller Zahlungskonten in Deutschland findest du im Kontenvergleich der BaFin.
Wann ein Filialkonto günstiger ist. Wer regelmäßig Bargeld einzahlt, Schalterservice braucht oder mit Belegen überweist, fährt mit einem Sparkassen- oder Filialkonto mit fester Gebühr oft besser als mit einem „kostenlosen“ Online-Konto, das jeden dieser Vorgänge einzeln berechnet.
Häufige Fragen
Was kostet ein Girokonto im Monat?
Bei den Online-Banken in unserem Vergleich kostet die Kontoführung zwischen 0 € und 5,90 € im Monat (Stand September 2026). Fünf Konten sind bedingungslos kostenlos, die übrigen verlangen meist einen Mindestgeldeingang von 500 € bis 1.000 €. Dazu kommen je nach Nutzung Kosten für Karten, Bargeld und Ausland.
Welche versteckten Kosten hat ein Girokonto?
Die häufigsten versteckten Kosten sind Gebühren für die girocard, für Abhebungen über das Freikontingent hinaus, für Bareinzahlungen, für Fremdwährung und für die geduldete Überziehung. Papierüberweisungen und Schaltervorgänge kosten bei Online-Konten 3 € bis 6 € je Vorgang.
Sind Kontoführungsgebühren noch üblich?
Ja, die meisten Direktbanken verlangen 3,90 € bis 4,90 € im Monat, wenn der Mindestgeldeingang fehlt. Bedingungslos kostenlos sind vor allem Neobanken wie N26, C24 und Revolut sowie das Santander BestGiro (Stand September 2026).
Was kostet Bargeld abheben mit einem Online-Konto?
Innerhalb des Freikontingents oder ab einem Mindestbetrag von 50 € bis 100 € ist das Abheben bei den meisten Online-Banken kostenlos. Danach fallen 1 € bis 4,95 € je Abhebung an. Unabhängige Automatenbetreiber können zusätzlich ein eigenes Entgelt anzeigen, das die Bank nicht erstattet.
Wie kann ich Girokonto Gebühren vergleichen?
Am zuverlässigsten vergleichst du Girokonten über die Entgeltinformation, die jede Bank nach dem Zahlungskontengesetz bereitstellen muss. Notiere vorher, wie oft du abhebst, einzahlst und im Ausland zahlst, und rechne die Posten für ein Jahr zusammen.
Ist die Entgeltinformation verbindlich?
Ja, die Entgeltinformation gehört zu den vorvertraglichen Informationen und muss mit dem Preis- und Leistungsverzeichnis übereinstimmen. Ändert die Bank Preise, muss sie dich vorher informieren.