Kostenloses Girokonto: bedingungslos oder mit Haken?
Ein kostenloses Girokonto verlangt keine monatliche Kontoführungsgebühr – mehr verspricht das Wort nicht. Auf dieser Seite erfährst du, welche der 13 Konten in unserem Vergleich bedingungslos kostenlos sind, welche nur unter Bedingungen, und wo trotz 0 € Kontoführung Kosten entstehen können. Alle Angaben stammen aus den Preisverzeichnissen der Banken, Stand September 2026.
Stand September 2026 laut Preis- und Leistungsverzeichnissen der Banken. Angaben ohne Gewähr; verbindlich ist das aktuelle Preisverzeichnis der jeweiligen Bank. Auswahl von 13 Konten, kein Gesamtmarkt.
Was „kostenloses Girokonto“ bedeutet – und was nicht
Wenn eine Bank ihr Konto als kostenlos bezeichnet, meint sie fast immer nur die Kontoführung: keine monatliche Grundgebühr. Alles andere steht im Preis- und Leistungsverzeichnis und kann Geld kosten: Karten, Abhebungen über eine Freigrenze hinaus, Bareinzahlungen, Zahlungen in fremder Währung und der Dispo, also der eingeräumte Überziehungskredit.
Ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühren ist deshalb nicht automatisch ein Girokonto ohne Gebühren. Wer das Konto nur für Gehalt, Miete und Kartenzahlungen im Euroraum nutzt, zahlt meist tatsächlich nichts. Wer oft Bargeld holt, einzahlt oder außerhalb des Euroraums unterwegs ist, sollte die Nebenkosten durchrechnen. Wie das geht, zeigt der Ratgeber Was kostet ein Girokonto wirklich?.
Bedingungslos oder bedingt kostenlos: der Unterschied
Bei einem bedingungslos kostenlosen Girokonto ist die Kontoführung immer 0 €, egal wie viel Geld eingeht, wie alt du bist oder wie aktiv du das Konto nutzt. Ein bedingt kostenloses Konto ist nur gebührenfrei, wenn du eine Bedingung erfüllst: meist einen Mindestgeldeingang, also einen Betrag, der jeden Monat auf dem Konto eingehen muss, manchmal eine Altersgrenze oder ein Vermögen bei der Bank.
Ein Girokonto ohne Mindestgeldeingang bleibt kostenlos, wenn du in Elternzeit gehst, den Job wechselst, studierst oder das Konto nur als Zweitkonto nutzt. Ein bedingt kostenloses Konto bucht in jedem Monat ohne erfüllte Bedingung die reguläre Gebühr ab: in unserer Auswahl zwischen 3,90 € und 5,90 € (Stand September 2026), also bis zu rund 70 € im Jahr.
Welche Girokonten sind bedingungslos kostenlos?
Fünf der 13 Konten sind bedingungslos kostenlos: N26 Standard, C24 Smart, das Girokonto von Trade Republic, Santander BestGiro und Revolut Standard. Jedes hat Haken, die du kennen solltest (Stand September 2026):
- N26 Standard (Neobank, Berlin): Mastercard Debit virtuell kostenlos, physische Karte einmalig 10 €. Keine girocard, keine Kreditkarte. Nur wenige kostenlose Euro-Abhebungen im Monat, danach 2 € je Abhebung; Fremdwährungsabhebungen 1,7 %. Bareinzahlung im Einzelhandel für 1,5 % des Betrags. Kartenzahlungen in Fremdwährung ohne Aufschlag. Deutsche Einlagensicherung.
- C24 Smart (Neobank, Frankfurt): girocard und Mastercard Debit kostenlos, keine Kreditkarte. Vier kostenlose Abhebungen im Kalendermonat weltweit, danach 2 €; kein Fremdwährungsentgelt. Bareinzahlung in Partnergeschäften, das Entgelt dafür solltest du in der aktuellen Entgeltinformation prüfen. Guthabenzins 0,75 % bis 50.000 €. Deutsche Einlagensicherung.
- Trade Republic (Vollbank, Berlin): Visa Debit virtuell kostenlos, physische Karte gegen einmalige Gebühr. Keine girocard, keine Kreditkarte. Abhebungen weltweit kostenlos ab 100 €, darunter 1 €. Keine Bareinzahlung, kein Dispo, kein Gemeinschaftskonto. Das Guthaben liegt auf Treuhandkonten bei Partnerbanken, je Bank gesetzlich bis 100.000 € gesichert; Anteile an Geldmarktfonds sind Sondervermögen ohne Einlagensicherung. Guthabenzins 2,25 %.
- Santander BestGiro (Filialbank, Mönchengladbach): Die einzige bedingungslos kostenlose Filialbank in unserer Auswahl. Visa Debitkarte und die Kreditkarte BestCard Basic kostenlos, girocard für Eröffnungen ab 2. Juni 2026 ebenfalls. Bargeld kostenlos an Santander- und CashPool-Automaten, dem Verbund mehrerer Privatbanken; mit der Visa Debit weltweit eine begrenzte Zahl kostenloser Abhebungen im Monat, danach 4,95 €. Bareinzahlung am Schalter kostenlos. Deutsche Einlagensicherung.
- Revolut Standard (litauische Bank, Zweigniederlassung Berlin): Debitkarte virtuell kostenlos, Versand der physischen Karte 7,99 €. Keine girocard, keine Kreditkarte. Bis zu 5 Abhebungen oder 200 € im rollierenden Monat kostenlos, danach 2 % (mindestens 1 €). Keine Bareinzahlung, kein Dispo. Währungstausch bis 1.000 € im Monat ohne Aufschlag. Litauische Einlagensicherung bis 100.000 €, keine deutsche Zusatzsicherung.
Einlagensicherung. Gesetzlich sind in der EU 100.000 € je Kunde und Bank geschützt, unabhängig vom Land. Bei Revolut läuft ein Entschädigungsfall aber über die litauische Einrichtung. Was das bedeutet, erklärt der Ratgeber Einlagensicherung.
Bedingt kostenlos: diese Konten kosten nur ohne Geldeingang
Die übrigen acht Konten sind unter einer Bedingung kostenlos. Erfüllst du sie dauerhaft, sind sie im Alltag oft günstiger als ein bedingungslos kostenloses Konto, weil sie girocard, unbegrenzte Abhebungen oder kostenlose Einzahlungen mitbringen.
| Bank | Bedingung für 0 € Kontoführung | Sonst pro Monat |
|---|---|---|
| norisbank | ab 500 € Geldeingang im Monat oder unter 30 Jahren | 3,90 € |
| Consorsbank | ab 700 € Geldeingang im Monat oder unterhalb einer Altersgrenze (im Preisverzeichnis der Bank prüfen) | 4,00 € |
| DKB | ab 700 € Geldeingang im Monat oder unter 28 Jahren | 4,50 € |
| 1822direkt | ab 700 € Geldeingang im Monat oder bis 30 Jahre | 4,90 € |
| comdirect | 700 € Geldeingang, drei Zahlungen mit Apple Pay oder Google Pay, ein Wertpapierkauf oder eine Sparplanausführung im Monat, oder unter 28 Jahren in Ausbildung; die ersten sechs Monate kostenlos | 4,90 € |
| Commerzbank | Vermögenswerte ab 50.000 € bei der Bank und digitale Kontoführung | 4,90 € |
| ING | ab 1.000 € Geldeingang im Kalendermonat oder unter 28 Jahren | 4,90 € |
| Postbank | ab 900 € Geldeingang im Kalendermonat bei digitaler Nutzung; die Auswertung der Umsatzdaten für Werbung ist Vertragsbestandteil | 5,90 € |
Alle Werte Stand September 2026. Als Geldeingang zählt bei den meisten Banken jede Überweisung von einem anderen Konto, nicht nur Gehalt. Die vollständige Übersicht aller 13 Konten mit Karten, Bargeld und Dispo findest du im Girokonto Vergleich.
Versteckte Kosten: worauf du bei einem Girokonto ohne Gebühren achten solltest
- Physische Karte: Neobanken liefern die Karte oft nur virtuell kostenlos. N26, Revolut und Trade Republic verlangen für die Plastikkarte eine einmalige Gebühr (Stand September 2026).
- Abhebungen über die Freigrenze: Bei N26, C24 Bank, Revolut und Santander (Visa Debit) ist die Zahl der kostenlosen Abhebungen begrenzt; danach kosten sie 2 € bis 4,95 € oder ein Prozententgelt. Wo Bargeld ohne Aufpreis geht, zeigt der Ratgeber Kostenlos Bargeld abheben.
- Mindestbeträge: Trade Republic hebt erst ab 100 € kostenlos ab, DKB, ING und Consorsbank ab 50 €. Wer nur 20 € braucht, zahlt drauf.
- Bareinzahlung: Bei Trade Republic und Revolut nicht möglich, bei N26 gegen 1,5 % des Betrags.
- Fremdwährung: Abhebungen außerhalb des Euroraums kosten bei mehreren Konten rund 2 %. Ohne Aufschlag bleiben Kartenzahlungen in Fremdwährung bei N26, Abhebungen bei C24 Bank und der Währungstausch bei Revolut bis 1.000 € im Monat.
- Dispo: Ein kostenloses Konto hat nicht automatisch einen günstigen Überziehungskredit. Die variablen Sollzinsen stehen im Preisverzeichnis der Bank; Trade Republic und Revolut bieten keinen Dispo an. Einordnung im Ratgeber Dispozinsen.
- Beleghafte Vorgänge: Überweisungen auf Papier oder am Schalter kosten bei vielen Banken extra.
Tipp. Rechne deinen typischen Monat durch: Abhebungen, Einzahlungen, Auslandszahlungen, multipliziert mit den Entgelten aus dem Preisverzeichnis. Für manche ist ein Konto mit 4,50 € Grundgebühr und unbegrenzten Abhebungen am Ende günstiger als eines ohne Grundgebühr.
Wann ein kostenloses Girokonto nicht zu dir passt
Wer wöchentlich Bargeld holt und einzahlt, etwa als Selbstständiger mit Barumsätzen, fährt mit einem Konto mit girocard, Cash-Group-Zugang und kostenloser Einzahlung besser, auch wenn es ohne Geldeingang 3,90 € oder 4,90 € kostet. Wer persönliche Beratung will oder Vollmachten und Nachlassfragen regelt, ist bei einer Filialbank oder Sparkasse richtig.
Eine echte Kreditkarte für Mietwagen oder Hotels gibt es unter den bedingungslos kostenlosen Konten nur bei Santander. Wer Erspartes auf dem Girokonto parkt und ein deutsches Sicherungssystem will, sollte Revolut nicht als einziges Konto nutzen. Und ein Gemeinschaftskonto gibt es bei Trade Republic nicht.
Häufige Fragen
Welches Girokonto ist wirklich kostenlos?
In unserer Auswahl sind fünf Konten ohne jede Bedingung kostenlos in der Kontoführung: N26 Standard, C24 Smart, Trade Republic, Santander BestGiro und Revolut Standard (Stand September 2026). In allen Punkten kostenlos ist aber keines: Physische Karten, Abhebungen über die Freigrenze, Einzahlungen oder Fremdwährungsentgelte können anfallen. Welches passt, hängt davon ab, wie oft du Bargeld brauchst und ob du einzahlen willst.
Gibt es ein Girokonto ohne Mindestgeldeingang mit girocard?
Ja, C24 Smart und Santander BestGiro bieten eine kostenlose girocard ohne Mindestgeldeingang (Stand September 2026). N26, Trade Republic und Revolut haben nur Debitkarten von Visa oder Mastercard. Eine girocard brauchst du für Automaten der Cash Group oder des CashPools und für Läden, die keine Visa- oder Mastercard-Debitkarten annehmen.
Warum verlangen Banken einen Mindestgeldeingang?
Mit einem Mindestgeldeingang stellt die Bank sicher, dass das Konto als Hauptkonto genutzt wird, denn daran verdient sie über Kartenumsätze, Dispo und Folgeprodukte. Ein Zweitkonto ohne Bewegung kostet die Bank Geld. Deshalb ist die Kontoführung bei acht der 13 Konten nur bei Geldeingang, Altersgrenze oder Vermögen kostenlos.
Zählt eine Überweisung vom eigenen Konto als Geldeingang?
Bei den meisten Banken ja: Als Geldeingang gilt in der Regel jede Gutschrift per Überweisung, unabhängig davon, von wem sie kommt. Manche Banken schließen Umbuchungen zwischen eigenen Konten bei derselben Bank oder Bareinzahlungen aus. Die genaue Definition steht im Preis- und Leistungsverzeichnis.
Kann ein kostenloses Girokonto später Gebühren einführen?
Ja, Banken können ihre Preise ändern, müssen die Änderung aber mindestens zwei Monate vorher mitteilen und deine Zustimmung einholen. Stimmst du nicht zu, darf die Bank das Konto kündigen. Lies deshalb Mitteilungen im Postfach des Online-Bankings und vergleiche die Gebühren gelegentlich neu.
Ist ein kostenloses Girokonto bei einer Neobank sicher?
Ja, N26, C24 Bank, Trade Republic und Revolut sind lizenzierte Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde. Unterschiede gibt es im Detail: Bei Revolut greift das litauische System, bei Trade Republic liegt das Guthaben auf Treuhandkonten bei Partnerbanken. Im Alltag wichtiger ist, dass du App-Freigaben nur für eigene Aufträge bestätigst.